Mein Kind geht nicht gerne in die Schule, was kann ich als Elternteil tun?

VorĂŒbergehend keine Lust oder Schulangst? Die GrĂŒnde dafĂŒr, dass Kinder nicht gern in die Schule gehen sind vielseitig. Ebenso unterschiedlich sind die Maßnahmen, die man ergreifen sollte, wenn das Kind nicht in die Schule möchte. Was Du als Elternteil dagegen tun kannst und wie Du mit Deinem Kind eine Lösung finden kannst, erfĂ€hrst du im folgenden Beitrag.

Laura Freilicht

Veröffentlicht am

11.12.2021 12:04

GrĂŒnde, warum Kinder nicht in die Schule möchten

Bei Kindern kommt es hĂ€ufiger mal vor, dass sie phasenweise keine Lust haben, in die Schule zu gehen. Das ist fĂŒr die meisten Eltern kein Grund, sich Sorgen zu machen. Problematisch wird diese Schulunlust besonders dann, wenn Kinder hin und wieder einzelne Unterrichtsstunden oder sogar ganze Schultage schwĂ€nzen oder psychische Defizite entwickeln.
Kinder, insbesondere pubertierende Kinder haben oft das sogenannte "Null-Bock-Syndrom". Dass Kinder diese Phase durchlaufen, ist ein ganz normaler Entwicklungsabschnitt. Doch langanhaltende Lustlosigkeit hat vermutlich tiefergehende GrĂŒnde.
GrundschĂŒler, vor allem in der ersten Klasse, haben oft Angst, lange Zeit weg von zu Hause und ohne ihren Eltern verbringen zu mĂŒssen.
HĂ€ufige Ursache ist außerdem ein enormer Leistungsdruck. Dieser Leistungsdruck kann sowohl vom Kind selbst, von MitschĂŒlern, Lehrern oder auch von den Eltern ausgeĂŒbt werden.
Nicht nur Über- sondern auch Unterforderung können GrĂŒnde dafĂŒr sein, dass Dein Kind keine Lust hat zur Schule zu gehen.
Auch Mobbing ist trauriger Alltag vieler SchĂŒler und sorgt dafĂŒr, dass Kinder die Schule meiden möchten oder sogar schwĂ€nzen.

Was Du als Elternteil tun kannst

1. Ein offenes GesprÀch suchen

Wichtig ist, dass Du zunĂ€chst ein klĂ€rendes GesprĂ€ch mit Deinem Kind fĂŒhrst. Versuch herauszubekommen, welche GrĂŒnde Dein Kind dafĂŒr hat und verurteile diese nicht ! Nur wenn Dein Kind sich bei diesem GesprĂ€ch ernstgenommen und akzeptiert fĂŒhlt, wird es sich Dir wirklich öffnen. Die Ursachen fĂŒr die Schulunlust herauszufinden ist notwendig, um anschließend die passende Lösung zu finden.
Generell können regelmĂ€ĂŸige GesprĂ€che ĂŒber den Schulalltag Deines Kindes und die damit verbundenen GefĂŒhle hilfreich sein. Das verhindert das Problem nicht unbedingt, kann dem jedoch vorbeugen.
Auch ein GesprĂ€ch mit der Klassenlehrkraft kann helfen. Wenn Du mit gutem Beispiel vorangehst und versuchst, die Probleme mit Kommunikation zu lösen, zeigst Du Deinem Kind vorbildliche Lösungsversuche. So lernt Dein Kind, dass offene Kommunikation eine weitaus bessere Lösung ist, als sich ausschließlich bei Dritten zu beklagen oder die Probleme in sich hineinzufressen.

2. Dein eigenes Verhalten beobachten

ZunĂ€chst solltest Du Dein eigenes Verhalten beobachten. Übst Du, möglicherweise auch unbewusst, Leistungsdruck auf dein Kind aus? Redest Du eventuell auffallend oft negativ ĂŒber MitschĂŒler oder LehrkrĂ€fte Deines Kindes? Stellst Du bei genauerer Betrachtung solch ein Verhalten bei Dir fest, solltest Du zunĂ€chst an Deiner eigenen negativen Einstellung gegenĂŒber der Schule arbeiten.

3. Nach gemeinsamen Lösungen suchen

Stellst Du bei Dir ein solches Verhalten nicht fest, solltest Du gemeinsam mit Deinem Kind und falls notwendig den LehrkrĂ€ften nach Lösungen suchen. Auch Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeiter oder schulpsychologische Beratungsstellen können beim Finden einer Lösung eine große Hilfe sein. Wichtig ist, dass Dein Kind dabei miteinbezogen wird, damit es sich mit seinem Problem wirklich ernstgenommen fĂŒhlt.
Insbesondere bei Mobbing sollte eine Lehrkraft miteinbezogen sein. Mit dieser sollte das weitere Vorgehen genau besprochen werden. Mögliche Lösungen könnten dabei ein GesprĂ€ch mit einzelnen MitschĂŒlern oder im Notfall auch ein Schulwechsel sein. Die Lösungen sind jedoch stark einzelfallabhĂ€ngig.

4. Am Selbstvertrauen des Kindes arbeiten

Schulunlust oder -phobie gehen nicht selten mit einem geringen Selbstvertrauen einher. Hilfreich kann es daher sein, das Selbstvertrauen Deines Kindes entsprechend aufzubauen. Das geht am leichtesten durch Erfolgserlebnisse. Diese lassen sich gut mit Hilfe von Hobbies erzielen. Motiviere Dein Kind beispielsweise dazu, ein Instrument zu lernen oder einem Sport nachzugehen. Der Sieg bei einem Fußballspiel oder das Lieblingslied auf dem Klavier spielen zu können, zeigen Deinem Kind, dass es in der Lage ist, mit Ausdauer und Motivation etwas zu erreichen. Das stĂ€rkt nachhaltig sein Selbstbewusstsein.

Wann sollte ich mir professionelle Hilfe holen?

Teilweise kann Schulunlust oder -phobie auch in psychischen Krankheiten begrĂŒndet sein.
Nicht selten kommt es vor, dass SchĂŒler sich zwischen den MitschĂŒlern unwohl fĂŒhlen, obwohl sie nicht gemobbt werden. Dann leidet es möglicherweise an einer Sozialen Phobie.
Leidet Dein Kind an einem niedrigen SelbstwertgefĂŒhl und starken VersagensĂ€ngsten in der Schule oder sozialen Situationen, können das Anzeichen fĂŒr eine Depression sein.
Depressionen oder Soziale Phobien sind fĂŒr Laien jedoch nicht genau zu identifizieren. Das GesprĂ€ch mit einem Experten, insbesondere bei körperlichen Symptomen oder hĂ€ufigem SchulschwĂ€nzen sind daher ratsam.
Ein Psychologe, ein Kinder- und Jugend-Psychotherapeut oder ein Kinder- und Jugendpsychiater können und sollten zur Beurteilung einer TherapiebedĂŒrftigkeit daher bei Verdacht immer aufgesucht werden. Auch ein Besuch beim Kinder- oder Hausarzt kann dabei zunĂ€chst hilfreich sein. Dieser kann dann bei Bedarf an einen Spezialisten ĂŒberweisen. Im Regelfall bekommt Dein Kind dann eine psychotherapeutische Behandlung. Diese erfolgt meist ambulant, also mit regelmĂ€ĂŸigen Therapiesitzungen. In seltenen FĂ€llen erfolgt jedoch auch eine stationĂ€re oder teilstationĂ€re Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Je nach Bedarf und Angebot des Therapeuten können auch GesprĂ€che mit den Eltern oder Therapiemaßnahmen innerhalb der Familie stattfinden. Manchmal werden psychische Erkrankungen auch medikamentös behandelt.

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